Investieren Sie in Inhalt, der dem Besucher Mehrwert bietet. Guter Inhalt ist teuer, schaffen Sie deshalb zuerst die Ideen.
Wenn im Internet die Sprache von "Design" ist, denken viele an Graphiken und möglichst viel Animation. Meiner Meinung nach beginnt es dort wo ich frage: "Was hat der Besucher davon, seine Zeit auf meiner Seite zu verbringen?" Es ist nicht (mehr) so dass die Internetsurfer froh sein dürfen daß es meine Website gibt, im Gegenteil, ich muß dankbar sein, wenn für mein Projekt Aufmerksamkeit bekomme. Dafür möchte ich ihm Nutzen bieten, kompetente Antworten auf seine Frage anbieten. Wenn er das gefunden hat, wird er wieder kommen.
Militärs entwickelten in den 60er-Jahren die Grundlagen des Netzes, gefolgt von Forschern, die eine graphische Gestaltung möglich machten. Heute geben Werbeagenturen den Ton an und das sehr laut.
Der Browserkrieg Netscape Navigator gegen Internet Explorer ist das letzte Überbleibsel des mitlitärischen Ursprungs.
Bis es so weit kommen konnte, mußten zuerst wichtige Standards entwickelt werden: Das Internet hat eine offene, dezentrale und mancherorts demokratische Struktur, die verschiedene Rechnertypen, Betriebssysteme, mit unterschiedlichen Übertragungswege und -weisen miteinander "kommunizieren" läßt.
Die unterschiedliche Darstellung in verschiedenen www-Browser-Software macht Webdesignern heute große Schwierigkeiten, ist aber nur eine kleine Nebenwirkung.
Die Stärken dieses Mediums sind dadurch kaum in Mitleidenschaft gezogen wie zum Beispiel:
Informationsaustausch auf Rechnern, die ganz nahe oder über Kontinente auseinanderliegen innerhalb weniger Sekunden; der Kontakt zum Autor einer Seite ist meist nur einen Mausclick entfernt.
Machen Sie sich das zunutze.
Die Funktion richtet sich nach dem Zweck: Schnell und stabil für Infos, verspielt und aufwändig für Unterhaltungsseiten. Aber verwechseln Sie das nicht. Es ist eine Kunst den richtigen Knopf an die richtigen Stelle zu setzen.
Inhalt, Form und Funktion sind -kurz gesagt- die Zutaten eines Internetprojektes.
Unter Funktion versteht man zunächst daß alles funktionniert. Der Bildschirm und der Browser soll den Inhalt auch darstellen können und alle Verknüpfungen müssen gefunden werden. Manchmal ist eine Browserweiche nötig, um alles kundengemäß realisieren zu können. Besucher mit älteren Programmversionen werden so auf kompatible Seiten umgelenkt. "Schlechte" Funktion geht bis hin zum Systemabsturz. Aber davon wollen wir lieber nicht reden.
Formulieren Sie am Anfang einen Leitgedanken für Ihr Projekt. Der Besucher liest die Botschaften zwischen den Zeilen und überträgt sie unbewußt auf Ihr Unternehmen.
Oft wird wahllos Text zusammengetragen und dieser mit Fotos oder Grafiken bebildert. Besser ist es sich zuerst auf eine einfache Haltung zu einigen.
Zuerst sollte aus der Themenvielfalt ein Gedanke "geschält" werden, der als Botschaft nach aussen dringen werden soll. Dieser Gedanke hat die Funktion, daß sich die Zielgruppe darin wieder erkennen kann.
In gewisser Weise ist eine Website so etwas wie eine Visitenkarte. Nun gibt es eine ganze Reihe von Unternehmen, die sehr gut ohne Visitenkarte leben können, also keine brauchen.
Aktualität
Nichts ist so alt wie eine einmal besuchte Webseite? Viele Auftraggeber sind von ihrer neuen Seite so begeistert daß sie die Inhalte nicht weiter aktualisieren wollen.
Lassen die Besucher nach, macht der Verantwortliche gern das Medium verantwortlich: "Das bringts nur für große Firmen, für mich ist das unbedeutend." Ist bei einem Buch wichtig daß die Buchstaben lange lesbar sind, sollte eine Webseite aktuelle Inhalte haben. Das können ganz einfache Dinge sein:
Sie erwarten als Besucher daß eine Adresse stimmt, auch wenn derjenige inzwischen umgezogen ist. Wird Ihre Erwartung enttäuscht, dauert es sehr lange bis Sie wiederkommen. So lange daß Sie die Seite vielleicht vergessen haben.
Machen Sie sich eine Vorstellung davon was das Internet für Sie leisten soll und was Sie erwarten. Nehmen Sie sich Zeit dafür, finden Sie den richtigen Partner.
Sagen wir es einmal so: ob Sie eine Website für Ihre Kurse in Babyschwimmen, eine E-Commerce Lösung für 5000 Produkte oder ob Sie einen Zeichentrickfilm in Flash ins Netz bringen wollen, es gibt Überlegungen an denen (fast) kein Weg vorbeiführt.
Auf der anderen Seite: kaum ein Medium lädt so dazu ein Konventionen zu hinterfragen, Regeln zu brechen, Neues zu wagen. Das Leben im Netz pulsiert und wird nur durch unsere Vorstellung begrenzt.
Ist eine tragende Idee gefunden, scheitert sie nicht an Browserversionen. Wie oft ist eine gute Idee ebenso einfach wie genial, kommt ohne hübsche Verpackung aus. Design unterstreicht auf stilvolle Weise die Qualität der Information, macht es einfach ihr zu folgen und bringt sie inhaltlich in eine logische wie intuitive Struktur.
Das sollte von Anfang an überlegt sein: Kosten entstehen für die Konzeption, die Realisation und die Pflege.